1. Abrechnung und Verbrauchszeitraum verstehen

Prüfen Sie zuerst, für welchen Zeitraum die Abrechnung gilt und ob die Zählerstände abgelesen oder geschätzt wurden. Vergleichen Sie den angegebenen Jahresverbrauch mit früheren Jahren. Größere Abweichungen können durch Wetter, Nutzung, neue Geräte, Leerstand oder eine Schätzung entstehen.

Der monatliche Abschlag ist keine Aussage über den endgültigen Jahrespreis. Er ist eine Vorauszahlung. Für einen Vergleich sollten deshalb der tatsächliche Verbrauch und die vertraglichen Preisbestandteile verwendet werden, nicht nur die bisherige monatliche Abbuchung.

2. Arbeitspreis, Grundpreis und weitere Bestandteile zusammenrechnen

Der Arbeitspreis wird je verbrauchter Kilowattstunde berechnet, der Grundpreis fällt unabhängig vom Verbrauch an. Ein Tarif mit niedrigem Arbeitspreis kann bei geringem Verbrauch durch einen hohen Grundpreis unattraktiv werden. Bei höherem Verbrauch kann sich das Verhältnis umkehren.

Vergleichen Sie stets die voraussichtlichen Gesamtkosten für denselben Verbrauch und Zeitraum. Achten Sie darauf, ob Preise brutto oder netto angegeben werden. Bei Gewerbeangeboten ist diese Unterscheidung besonders wichtig.

3. Laufzeit, Preisbedingungen und Boni lesen

Notieren Sie Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist, Verlängerungsregel und den Umfang einer Preisgarantie oder Preisfixierung. Der Begriff allein reicht nicht. Entscheidend ist, welche Bestandteile eingeschlossen oder ausgeschlossen sind und wie Preisänderungen kommuniziert werden.

Boni können die Kosten im ersten Zeitraum senken, sind aber häufig an Voraussetzungen gebunden. Prüfen Sie Auszahlung, Mindestbelieferung, Ausschlüsse und Kosten ohne Bonus. Ein Tarif sollte auch dann verständlich bewertet werden können, wenn eine einmalige Vergünstigung entfällt.

4. Verbrauchsänderungen und Modernisierung berücksichtigen

Ein Elektrofahrzeug, Photovoltaik, veränderte Öffnungszeiten oder neue Maschinen können den künftigen Energiebezug deutlich verändern. Ein Vergleich nur mit dem alten Jahresverbrauch kann dann in die falsche Richtung führen. Planbare Änderungen gehören in die Annahmen.

Beim Gasvertrag sollte zudem eine anstehende Heizungsmodernisierung berücksichtigt werden. Eine lange Bindung kann unpassend sein, wenn der Gasbedarf in absehbarer Zeit sinkt. Kurzfristige Beschaffung und langfristige Gebäudestrategie sollten getrennt bewertet, aber aufeinander abgestimmt werden.

5. Wechsel erst nach vollständiger Prüfung auslösen

Bevor Sie wechseln, halten Sie Zählernummer, Zählerstand, bisherigen Anbieter, Vertragskonto und gewünschten Lieferbeginn bereit. Geben Sie sensible Daten erst in der dafür vorgesehenen, geschützten Vertragsstrecke weiter. Für eine erste Tarifprüfung sind Bankdaten normalerweise nicht notwendig.

Fokus Energy kann Abrechnung, Vertrag und Prioritäten mit Ihnen ordnen und passende Optionen verständlich gegenüberstellen. Ob ein Wechsel sinnvoll ist, hängt von der aktuellen Marktsituation und Ihrem Vertrag ab. Eine konkrete Ersparnis lässt sich erst anhand realer Daten berechnen.